Virtueller Motorsport für den guten Zweck: Beim Lions Simracing Cup am 18. und 19. September 2026 traten 13 Teams im Living Lab „Motion Simulation & Softwareentwicklung“ der Hochschule Mittweida gegeneinander an. Die Veranstaltung verband spannende Rennen mit Einblicken in aktuelle Forschungsprojekte und sammelte Spenden für die Tafel Chemnitz, das Frauenhaus Chemnitz und die Phönix Kinderhilfe Chemnitz.

(Bildquelle: Josefine Welk)

Am 18. und 19. September 2026 war es wieder so weit. Das Living Lab „Motion Simulation & Softwareentwicklung“ der Hochschule Mittweida wurde zum Austragungsort einer ganz besonderen, virtuellen Herausforderung. Beim Lions Simracing Cup 2026 traten insgesamte 13 Teams mit über 50 Team-Mitgliedern gegeneinander an. Neben dem Teamwettbewerb wurden auch ein separater Einzelwettbewerb ausgetragen. Nach zwei spannenden Tagen standen die Sieger fest. Dieses Jahr konnte sich die Sparkasse Chemnitz sowohl in der Mannschafts- als auch in der Einzelwertung sichern.

Die Ergebnisse zeigen aber, wie nahe das Starterfeld mittlerweile zusammenrückt: Die beiden führenden Teams absolvierten im Rennen jeweils 17 Runden. Ihre besten gültigen Rundenzeiten lagen nur den Bruchteil einer Sekunde auseinander. Auch in der Einzelwertung trennten die beiden Erstplatzierten ebenfalls weniger als eine Sekunde. Fahrerisches Können, Konstanz und Nervenstärke waren also die wesentlichen Zutaten für ein Ergebnis unter den Top-Platzierungen.

Mit dem Lions Simracing Cup verband sich vor allem ein gemeinsames Anliegen: Unterstützung für soziale Einrichtungen in der Region. Insgesamt konnten wieder mehrere tausend Euro Spenden gesammelt werden. Zugute kam dies der Tafel Chemnitz, dem Frauenhaus Chemnitz sowie der Phönix Kinderhilfe Chemnitz.

Die Veranstaltung bot zugleich einen tiefen Einblick in die Forschungsarbeit der Medieninformatik an der Hochschule Mittweida. Die Simulatoren im Living Lab dienen als Plattformen für die Entwicklung und Erprobung realitätsnaher Fahrerlebnisse. Aktuell laufen gleich drei parallele Forschungsprojekte auf den Versuchsträger im Labor.

Im laufenden SABInnoteam Projekt „Telemetriedatenbasierte ML-Datenanalyse & Konfigurationsmanagement im Bereich Automotive Simulation“ werden anpassbare Simulatorplattformen entwickelt und Fahrdaten mithilfe maschineller Lernverfahren ausgewertet. Erkenntnisse aus Simulation, Straßenverkehr und Motorsport sollen dazu beitragen, das Verhalten realer Fahrzeuge genauer in die virtuelle Umgebung zu übertragen.

Parallel wurden die Fahrdaten aller Turnierteilnehmer für die Analyse-Prozesse im Forschungsprojekt ValiXbloks genutzt. Hier werden fahrerspezifische Telemetriedaten als Grundlage für digitale Fingerabdrücke eines jeden Piloten genutzt, um diese eindeutig identifizieren und wiedererkennen zu können. Feinheiten bei der Lenkung, fahrerspezifische Bremsvorgänge und Gaspedalnutzung werden hier automatisiert analysiert. Ziel ist es somit, auf dieser Basis Betrugsversuche im Bereich eSports Veranstaltungen nachhaltig zu verhindern.

Auch die ESF Nachwuchsforschergruppe Mobility for Saxony (MofoSa) beschäftigt sich mit der Erfassung und Analyse von Mobilitätsdaten. Ihr Schwerpunkt liegt hier auf vielfältigen Mobilitätsprofilen unterschiedlichster Anwendungsbereiche. Der entstehende Datensatz soll die Grundlage für Infrastrukturplanungen, verkehrspsychologischen Erkenntnisse oder auch für neue Mobilitätsangebote schaffen.

Beim Lions Simracing Cup können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die hierfür zum Einsatz kommende Simulationstechnik selbst erleben. So brachte die Veranstaltung wieder einmal Forschung und regionales Engagement näher zusammen – mit knappen sportlichen Entscheidungen und einem Spendenergebnis, das weit über die beiden Renntage hinaus wirkt.