Mitarbeiter des ISA Anlagenbaus unterstützten bei der Konstruktion und Fertigung der Simulatorplattform. Zum Event bei AZN konnten sie das finale Produkt auf Herz und Nieren prüfen. (Bildquelle: Helmut Hammer)

Ein stolzer Verbund: Verschiedene im Projekt eingebundene Fahrzeuge stehen nun Seite an Seite mit der neuen Simulatorplattform, welche die aufgenommen Fahrzeugdaten in Echtzeit wiedergeben kann.

(Bildquelle: Helmut Hammer)

Von der Rennstrecke in den Simulator: Erik Bänecke von Bänex Motorsport testet, wie sich die neue 6-DOF-Simulatorplattform in Aktion anfühlt.

(Bildquelle: Helmut Hammer)

Dröhnende Motoren, qualmende Reifen und Adrenalin pur? Damit sich diese Gefühle, die viele Motorsportbegeisterte von der Rennstrecke kennen, in der Simulation zukünftig genauso real anfühlen, hat die Hochschule Mittweida einen bedeutenden Teil in einem aktuell noch laufenden Verbundbrojekt beigetragen. Das SAB-geförderte Innoteam-Projekt „Telemetriedatenbasierte ML-Datenanalyse & Konfigurationsmanagement im Bereich Automotive Simulation“ erforscht 2024 – 2026 innovative Konzepte für möglichst immersive Simulationen und Simulatoren. Gestützt durch aktuelle KI-Methoden entwickeln insgesamt sieben sächsische Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft Lösungen sowohl auf Software- als auch auf Hardware-Ebene. Ein Grund mehr, einen ersten Blick auf Ergebnisse der Forschung und Entwicklung des Projektes zu werfen.

Zu genau diesem Anlass trafen sich alle am Projekt beteiligten Unternehmen am 03.06.2026 beim Auto Zentrum Nord (AZN) in Chemnitz. Im Zentrum des Geschehens stand ein neuer Fahrsimulator mit innovativer Verfahrschlittentechnik, welche die Bewegungsfreiheit auf sechs Dimensionen erlaubt. Prof. Dr. Matthias Vodel, Ansprechpartner an der Hochschule Mittweida erinnert sich an Herausforderungen: „Effekte für ein so komplexes Simulatorprofil abzustimmen, war technische Feinstarbeit. Schlussendlich haben wir allerdings eine Plattform geschaffen, die verschiedene Grenzszenarien genauer abbildet, als alle bisher von uns eingesetzten Simulatoren. Das war das bisher ambitionierteste Simulatorprojekt für unser ‚Living Lab‘. Gemeinsam im Projektverbund ist eine komplett neue Simulatorplattform entstanden, die deutlich mehr Möglichkeiten für Effekte und somit für die Darstellung vom simulierten Fahrzeugverhalten erlaubt.“

Doch nicht nur die Hardware stimmt: Weiterhin sind im Projekt Ansätze entstanden, mit denen aufgenommene Fahrdaten aus der Realwelt direkt und automatisiert in die Simulation überführt werden können. Dafür wurden Ansätze des maschinellen Lernens angesetzt, welche nicht nur mehr Aufschluss über die Profile der Fahrer geben können, sondern auch die Fahrzeuge und den Simulator beeinflussen. Prof. Vodel ergänzt: „Durch die Auswertung aufgenommener Datensätze werden regelbasierte Systeme eingesetzt, um direkte Änderungen am virtuellen Fahrzeug oder auch der Bewegungsstärken des Simulators vorzunehmen. Im wahrsten Sinne des Wortes landen die Daten von der Strecke also direkt in unseren Simulatoren.“

Neben der Hochschule Mittweida konnten sich natürlich auch die beteiligten Unternehmen im Projekt weiterentwickeln: SMCsystems und ISA Anlagenbau konnten bei der Konstruktion und Fertigung der Simulatorplattform unterstützen. AZN Chemnitz, Event-Fahrtrainings, Bänex Motorsport sowie der Sachsenring standen als zuverlässige Partner für die Datenaufnahme in den Bereichen Motorsport, zivilen Fahrten und Fahrsicherheitstrainings bereit. „Einen so großen Verbund zu koordinieren, bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Insgesamt können sich die Projektergebnisse definitiv sehen lassen – das kann ab heute auch jeder live erproben!“ erklärt Projektkoordinator Jan Unger.

Wenn Sie mehr über das Projekt, die Ergebnisse und das Living Lab lernen wollen, wenden Sie sich gern an Prof. Dr. Matthias Vodel, Tel. +49 3727 58-1010, E-Mail: vodel@hs-mittweida.de.

Weitere Informationen zum Projekt SABInnoteam finden Sie unter: https://csmrt.hs-mittweida.de/portfolio-items/sab-innoteam/